Geschichte

Die Geschichte der Goldschmiede Schneider-Rappel gleicht einem fortwährenden Entstehen, einem sich im Feuer der Zeit formenden Schmuckstück, an dem fünf Generationen von Goldschmieden seit über 140 Jahren hämmern, treiben, löten, ätzen und veredeln. Eine Geschichte wie ein Goldschmiede-Kunstwerk, dessen Schnörkel und Verzierungen aus historischen Figuren und Begebenheiten getrieben sind, aus großen Persönlichkeiten und der Schaffenskraft einer Familie. Wir freuen uns, Ihnen einen Blick zu eröffnen auf den lebendigen Prozess dieser Chronik: der Geschichte der Goldschmiede und der Familie Schneider-Rappel.

2020

Lea Schneider schließt erfolgreich die Lehrabschlussprüfung zum Gold- und Silberschmied ab. Die Familientradition Schneider-Rappel ist damit in 5. Generation lebendig.

2020

2017

Eintritt von Lea Schneider in die Goldschiede Schneider-Rappel. Ihre Schmuckstücke sind geprägt von einer Offenheit für neue Einflüsse und Techniken. In ihnen spiegeln sich sowohl das Erbe der Vergangenheit als auch die Zukunft des Hauses Schneider-Rappel wider. Lea Schneider ist in fünfter Generation im Familienbetrieb tätig. Wie bereits ihre Vorfahren, findet sie in der Werkstatt einen Ort, um ihre Kreativität zu entfalten und durch das Handwerk und die Schaffung von Schmuck und Objekten dieser einen Ausdruck zu verleihen.

2017

1994

Die Eröffnung von Outputs in New York und Los Angeles sowie jährliche Ausstellungen in Japan zeigen das internationale Interesse an den kunstvollen Schmuckstücken.
Die Formensprache erreicht einen neuen Höhepunkt, in dem Bildkörper von Zen-gleicher Verdichtung und Klarheit entstehen.

1994

1992

Zahlreiche Ausstellungen in Österreich und dem Ausland wie etwa bei Weltausstellung - der EXPO 1992 in Sevilla und anschließend Barcelona - verweisen auf die rasche internationale Anerkennung.

1992

1990

Verleihung des Ehrenpreises beim Staatspreiswettbewerb "Schmuck aus Edelmetall".

1990

1985

Arno Schneider übernimmt die Werkstatt in vierter Generation mit seiner Zwillingsschwester Anke Höck-Schneider und der älteren Schwester Eva Wex-Schneider. Wie bei jedem Generationenwechsel der Familie Schneider-Rappel setzt sich auch hier das Schaffen von der vorigen ab, wenn auch mit fließendem Übergängen, und bewegt sich nun zunehmend im Spannungsfeld zwischen Bildhauerei, Kunstobjekt und Schmuck.

1985

1981

Bischofsstäbe aus dem Hause Schneider-Rappel fanden ihre Wege nach Amerika und Bolivien. 1981 wird die Goldschmiede aus Schwaz mit der Schaffung eines Bischofsstabes für Bischof Reinhold Stecher beauftragt den Herbert Julius mit seinem Sohn Arno Schneider mitrealisiert.

1981

1964

Neben profanen Werken wie Schmuck, Armketten, Eheringen und Preisen dominieren sakrale Aufträge wie Altargestaltungen für viele Kirchen in Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Altargeräte mit dem Stempel Schneider-Rappel werden in die ganze Welt exportiert – von Deutschland, Portugal und Jugoslawien bis nach Amerika, Asien und in afrikanische Länder. So auch die große Monstranz für den Eucharistischen Weltkongress in Bombay 1964.

1964

1951

Die Juwelier- Gold und Silberschmiede-Innung München-Oberbayern ernennt Prof Julius Schneider zu Ihrem Altmeister.

1951

1942

Herbert Julius Schneider übernimmt die Leitung der Goldschmiede-Werkstatt und führt den Betrieb – obwohl sich das Desaster des ersten Weltkrieges wiederholt - bald zu einer neuen Blüte. Der historisierende Stil wird von einer zunehmend modernen, individuellen Gestaltungsweise abgelöst. Ins Zentrum rückt ein unverkennbarer, auf das Minimum an formaler Ausschmückung reduzierter Stil. Julius Schneider Senior wird mit dem Ehrenring der Gesellschaft für Goldschmiedekunst ausgezeichnet.

1942

1935

Anna Rappel und Herbert Julius Schneider heiraten und vereinen somit die Namen zweier hochrenommierter Goldschmiedefamilien. Aus Schneider und Rappel wird Schneider-Rappel. An dieser Stelle dürfen ein paar Worte zum Vater von Herbert Julius, nämlich Professor Julius Schneider nicht fehlen, der mit seinem einzigartigen Handwerkswissen eine ganze Generation von Goldschmieden stark beeinflusste. Herbert Julius hatte einen Lehrstuhl in München inne, wohin Schüler aus vielen Ländern pilgerten, um ihr Fachwissen bei ihm zu verfeinern. Julius Schneider wirkte selber an großen Aufträgen mit: wie etwa dem Aufsatz für Kaiser Wilhelm II., dem Pokal für die Nürnberger Ausstellung 1906, an der Votivtafel der Bayerischen Adelsgenossenschaft für die Heiliggrabkirche in Jerusalem, an Arbeiten für den Prinzregenten und das österreichische Kaiserhaus.

1935

1931

Jakob Rappel gründet das Schwazer Heimatmuseum, welches heute in der Burg Freundsberg zuhause ist. Das reichhaltige Formeninventar der Region bekommt einen Platz, an dem es gesammelt wird und für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

1916

Der 1877 geborene Jakob Rappel Junior übernimmt die Leitung der Werkstätte und lenkt nun die Geschicke des Familienunternehmens in und aus einer für das Handwerk schwierigen Zeit.
Der große Krieg ist für das Handwerk eine Katastrophe. Gold und Silber müssen abgeliefert werden. Trotzdem wird nach allen Mitteln versucht, soviele Angestellte zu halten wie möglich.

1916

1912

Der Kundenstock erweitert sich auf das Ausland und die Kunstwerke gehen in die ganze Welt. Immer mehr Aufträge kommen vor allem aus Nordamerika.

1910

Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich gibt für die Kapelle seines Salzburger Jagdschlosses Blühnbach Altargeräte beim Hause Rappel in Auftrag und stiftet eine neobarocke Monstranz für Brünn.

1910

1906

Für die neu eingerichtete Grablege der Erzherzogin Katharina von Mantua und ihrer Tochter im Kreuzgang des Servitenklosters werden von der Goldschmiede Rappel prunkvolle Sarkophage geordert.

1901

Papst Leo XIII erteilt den Auftrag für die Anfertigung einer Krone für Statue der Immaculata im neuerbauten Dom zu Mariä Empfängnis in Linz (anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Dogmas der »Unbefleckten Empfängnis«). Die 2180 Gramm schwere Krone ist fast zur Gänze aus 18karätigem Gold getrieben.

1900

Die kunstvollen Fertigungen des Hauses Rappel im Vorjahr führen zur ehrenvollen Auszeichnung mit dem Würdetitel der k. u. k. Hofgoldschmiede. Erzherzog Eugen stattet der Werkstätte einen Ehrenbesuch ab, im Zuge einer Visitation des Landesschützenbataillons am 03. Mai (um 8:08 mit dem Eilzug kommend, wie die Zeitung exakt zu berichten wusste).

1900

1899

Für das von Kaiser Maximilian errichtete Goldene Dachl in Innsbruck wird J. P. Rappel mit der Erneuerung der Goldschindeln beauftragt. Mit einer eigens dafür entwickelten Methode werden die 2377 alten und 300 neuen Schindeln in der Schwazer Werkstätte feuervergoldet. Mitglieder des Habsburger Kaiserhauses stiften für die Monstranz der Anbetungs-Kirche in Bozen den Großteil des Votivschmuckes bei dessen Anfertigung sich die Goldschmiede Rappel verdient macht.

1899

1894

Für den Gnadenaltar in der Wallfahrtskirche Absam schafft J. P. Rappel den prächtigen Tabernakel; nach dem Entwurf des Franziskanerkünstlers Pater Josef M. Reiter, dem das Gnadenbild Mariens auf einer Fensterscheibe erschienen war.
Anlässlich des eucharistischen Weltkongresses wird J.P. Rappel beauftragt eine weitere Monstranz nach dem Entwurf des Paters für den Linzer Dom zu fertigen.

1890

Beindruckt von Philip Rappels Schaffensvermögen erteilt der Fürstbischof von Brixen einen Auftrag für die Kirche der Hofburg: einen Reliquienschrein für den heiligen Rotus und den heiligen Maximilian.

1875

Nach einer Schaffensperiode in Innsbruck folgt die Eröffnung der »Werkstätte für Kunstgewerbliche Metallarbeiten und Spezialwerkstätte für Kirchengeräte« in Schwaz. Mit eindrucksvollen Goldarbeiten, überwiegend im sakralen Bereich erlangt die Werkstätte bald einen hervorragenden Ruf. Diesem folgen ungemein ehrende Aufträge.

1875

1842

Jakob Philip Rappel wird als Sohn eines Artillerie-Zeugschmieds im Dienste Prinz Karls in Athen geboren. Nach drei Jahren kehrt er nach München zurück (damals »Isar-Athen« genannt), wo er die Goldschmiedelehre absolviert und bald die Meisterschaft erlangt.

1842